“Mache Jesus zum Zentrum deines Lebens!“. Das habe ich in meiner Jugend oft von verschiedensten Predigern zu hoeren bekommen. Daraufhin versuchte ich immer wieder neu, dies in meinem Leben auch so zu verwirklichen. Die meisten von uns sind sich ja schliesslich einig, dass Jesus stets im Zentrum stehen sollte. Aber wie wollen wir Jesus in unserem Leben zum Zentrum machen? Indem wir uns Jesus immer wieder neu  zu 100% hingeben?

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Gottesdienste mit einem Aufruf an die Gemeinde enden, sich Jesus wieder ganz neu hinzugeben. Noch erstaunlicher ist es, wie viele Menschen diesem Aufruf immer wieder folgen. Es scheint als ob das christliche Leben aus einem staendigen auf und ab bestehen wuerde, an dem man sich regelmaessig im Jahr Jesus ganz hingibt, um dann im Alltag diese Hingabe doch immer wie mehr floeten zu lassen. Gott sei Dank ist der naechste Aufrufgottesdienst nicht weit entfernt. Ich muss schon zugeben: Es hat schon etwas troestliches, bei sanfter Klaviermusik nach vorne zu gehen um fuer sich beten zu lassen und sich wieder neu ins Bewusstsein zu rufen, was fuer ein Doedel man doch eigentlich ist. In meiner christlichen “Karriere“ war ich allerdings immer wieder enttaeuscht, wie wenig solche emotional geladenen Momente langfristig in mir bewirken konnten. Habe ich es zu wenig ernst gemeint? War mein Gebet zu zoegerlich? Habe ich zu wenig gekaempft? Ich stellte dabei nicht nur an mir fest, dass in den folgenden Wochen von meinen Entscheidungen mich diesmal Jesus wirklich 100% hinzugeben, nicht viel blieb. Immer und immer wieder sah ich, wie man Christen schon applaudierte fuer ihre erneute Entscheidung, genau diese armen Menschen in der naechsten Zeit aber noch tiefer fielen als zuvor.

Trotz der unvermeidlich tiefen Erfolgsquote die solche Aufrufe mit sich bringen, fahren wir munter mit ihnen weiter. Es scheint eine unserer Lieblingsbeschaeftigungen als Christen geworden zu sein, einander bei leicht melancholischer Hintergrundmusik weinend in den Armen zu liegen und uns wieder als absolute Versager zu finden.

Gott sei Dank lasse ich mich seit 2 Jahren nicht mehr von dieser Sklavenpeitsche schlagen. In der Zwischenzeit habe ich naemlich herausgefunden, dass Jesus unglaublich stolz auf seine Versager ist. Mit Versagern arbeitet er am liebsten. Ich bin absolut unfaehig dazu, mich Jesus 100% hinzugeben, was auch immer das ueberhaupt genau bedeuten mag. Jesus hat es gefallen, mich aus Gnade zu erretten. Es hat ihm Gefallen, sich mir hinzugeben.

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,

dass Christus als wir noch Suender waren, fuer uns gestorben ist

(Roemer 5:8)

Ich ruehme mich nun meiner Unfaehigkeit! Ich hatte Gott noch nie etwas zu bieten, schon gar nicht solch eine lausige Hingabe. Sowieso, was meinst du wer du bist, dass du Jesus zu irgendetwas in deinem Leben machen koenntest? Er allein hat sich zu deinem Leben gemacht, aus Gnade ist Christus jetzt unser Leben (Kolosser 3:4/ Philipper 1:21 / Galater 2:20). Dein ganzes Leben gehoert ihm, ob du dir dessen bewusst bist oder nicht, ob du das nun willst oder nicht. Jesus ist in allen deinen Bereichen deines Lebens, in den vorbildlichen wie auch in den schmutzigen. Du moechtest deine schmutzigen Bereiche raus aus deinem Leben haben? Erkenne, dass du mit der Kreuzigung von Jesus der Suende abgestorben bist (Roemer 6:6). Hast du das erkannt? Dann lebe ab sofort in dem Glauben, dass Suende fuer dich in Wirklichkeit so ganz und gar nicht mehr attraktiv ist.

So auch ihr: Haltet (od. glaubt) euch der Suende fuer tot,

Gott aber lebend in Christus Jesus.

(Roemer 6:11)

Anerkenne ihn als alleinigen Retter deines Lebens. Anerkenne, dass er dein Leben ist und du darum kein Versager mehr bist. Das Verlangen und Denken von Jesus wurde in dich hineingepflanzt, deine suendige Natur ans Kreuz genagelt (Kolosser 2:11). Durch seinen Tod bist du nun heilig, tadellos und unstraeflich (Kolosser 1:22). Er hat alle deine Suenden vergeben und den Schuldschein der gegen dich war geloescht (Kolosser 13b-14a). Lass dich von niemandem mehr von dieser guten Nachricht abbringen. Das ist wahre Hingabe. Das ist Jesus im Zentrum deines Lebens.