(Der Inhalt wurde anlässlich der Eröffnung der New Wine Church am 27. Mai 2017 gepredigt)

Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit

kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. (Galater 2,21)

Denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch vor ihm gerecht sein. Denn durch

das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. (Römer 3,20)

Paulus und sein Evangelium: Wisst ihr, dass Paulus der Einzige der Apostel ist, der von sich sagt, dass ihm das Evangelium Gottes anvertraut ist (Römer 1,1)? Er sagt sogar, dass das Evangelium, welches ihm anvertraut ist, nicht von menschlicher Art ist, denn er hat es durch eine Offenbarung Christi erhalten (Galater 1,11+12)! Ja, Paulus geht sogar noch weiter, er sagt:

Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! (Galater 2,8+9)

Für Paulus war immer klar, es gibt nur ein Evangelium: Seines oder keines! Und bei seinem Evangelium legte er sehr viel Wert auf die Errettung resp. Rechtfertigung aus Gnade statt aus Werken und Freiheit vom Gesetz und von der Sünde. Um dies zu veranschaulichen möchte ich euch auf eine kleine Reise ins Paradies mitnehmen:

1. Im Garten Eden standen zwei Bäume: Der Baum des Lebens (1. Mose 3,22) und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (1. Mose 2,16) Nun sagt Gott zum Menschen: „Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!“ Der Baum der Erkenntnis ist meiner Meinung nach ein Sinnbild für das Gesetz.

2. Paulus sagt vom Gesetz genau das, was im Garten Eden passiert ist: Nämlich, dass dadurch Erkenntnis der Sünde kommt: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde (Römer 3,20)

Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Auf keinen Fall! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz. (Römer 7,7)

Wir wissen aber, dass wir nicht vom Gesetz, also vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen sollen, weil das zum Tod führt! Es bringt uns Menschen nichts, wen wir wissen, was falsch und was richtig ist, denn das befähigt uns nicht dazu, es auch zu tun! Im Gegenteil!

Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; ich aber starb. Und das Gebot, das zum Leben gegeben, gerade das erwies sich mir zum Tod. Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe. (Römer 7,9-11)

Seht ihr? Die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe! Die Sünde tötete mich durch das Gebot! Liebe Freunde, ihr könnt sicher sein: Wenn ihr zu eurem Kind sagt: „Du kannst alle Türen und Schäfte des Hauses benutzen, aber diese Tür oder diesen Schaft darfst du nicht öffnen..“ Kaum seid ihr aus dem Haus, wird genau das gemacht, wovon ihr gerade nicht wolltet, dass es gemacht wird!

Nun scheint mir, dass viele unserer christlicher Pastoren und Lehrer immer noch genau dasselbe mit uns machen: „Hab keinen Sex vor der Ehe! Schau dir nicht diese dreckigen Sachen im Internet an! Halte einen gewissen Abstand zu Menschen des anderen Geschlechts! Lies mehr deine Bibel! Bete mehr! Faste mehr! Geh mehr auf die Strasse um den Menschen von Gott zu erzählen! Tu’ mehr dies, tu mehr das!“ Es tut mir leid, wenn ich das so sagen muss, aber viele christliche Versammlungen gleichen für mich mehr einem weltlichen Motivations- oder Verkaufstraining als dass wirklich das Evangelium gepredigt wird! Unsere Pastoren und Lehrer geben uns somit genau von dem Baum zu essen, der zum Tod führt! Zum Beispiel: Man nimmt die Bergpredigt und stellt sie als DEN Standard für einen Christen hin. Es wird gesagt, dass wir wenigstens, so gut wir können, versuchen sollen, so zu Leben wie Jesus Christus es getan hat. Dass niemand von uns diesem Massstab je gerecht werden kann, wird dabei grosszügig ignoriert. Hauptsache man gibt sich Mühe und gibt sein Bestes.

Liebe Freunde, unter Gesetz gibt es kein: „Er hat es ja wenigstens versucht“ Das Gesetz lässt kein Spielraum zu für Versagen; so wie geschrieben steht:

»Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun«. (Galater 3,10)

Auch Jakobus sagt vom Gesetz:

Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. (Jakobus 2,10)

Micha wird später in seiner Predigt noch darauf eingehen, was es bedeutet vom Gesetz loszukommen und die Sünde zu überwinden. Er wird noch darauf eingehen, dass unsere Selbstdisziplin uns im Kampf gegen die Sünde langfristig nichts nützen wird. Liebe Freunde, auch wenn Gott auf unser Herz schaut, wird er dort ohne Christus nichts gutes finden. Es bringt also auch nichts, sich einreden zu wollen, dass Gott aufs Herz schaut. Unser Herz ist genauso dunkel und verkommen und braucht genauso Errettung wie der restliche Mensch. Liebe Leute, wenn ihr etwas versteht heute Abend dann bitte das hier:

Das Gesetz ist nicht dazu gegeben worden, dass Menschen dadurch gerecht würden. Das Gesetz kann aus dir nicht einen besseren Menschen machen. Im Gegenteil, es macht dich schlimmer als alle anderen, auch wenn es dir vielleicht nicht bewusst ist.

Es ist wie bei den Pharisäern, je mehr sie das Gesetz hielten, desto mehr entfernten Sie sich von Christus. Je mehr ein Mensch aufgrund seiner Taten vor Gott gut dastehen will, desto weniger hat er verstanden worum es beim Evangelium eigentlich geht. Ich sage nicht, dass gute Werke, gute Taten schlecht sind. Ich bin absolut für gute Taten – aber aus der richtigen Gesinnung. Als echte Früchte des Geistes, als Auswirkungen seiner Gnade und nicht aus dem Fleisch (aus Selbsteffort). Letztendlich gehts es um die Frage, wessen Gerechtigkeit wir suchen. Suchen wir unsere Gerechtigkeit aus unseren Taten oder suchen wir seine Gerechtigkeit in Christus? Deshalb ist das Gesetz gemäss der Bibel ein „Zuchtmeister“ auf Christus hin. Es soll uns zur Verzweiflung bringen. Es soll uns kaputt machen, sodass wir gar keine Lust mehr haben, überhaupt zu versuchen, es zu halten. Es ist dazu da, uns in die Arme von Jesus Christus zu führen. Uns sein vollkommenes Opfer am Kreuz zu offenbaren.

Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus  Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht  mehr unter einem Zuchtmeister; denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an  Christus Jesus (Galater 3,24-26)

Das Gesetz soll uns dazu bewegen, dass wir aufgeben, zu versuchen ein guter Mensch zu sein und uns stattdessen voll und ganz in Gottes Arme und sein vollbrachtes Werk fallen lassen. Es soll uns aufzeigen, dass das Einzige was Gott wirklich zufrieden stellt, das ist, was Jesus Christus am Kreuz für uns vollbracht hat. Und solange wir trotzdem versuchen, aus uns selber vor Gott gut dazustehen spucken wir sozusagen auf das Kreuz. Wir sagen somit indirekt: „Das, was dein Sohn am Kreuz getan hat, war nicht genug!“ „Ich muss meinen Teil auch noch beitragen!“ Das ist das, was viele Christen unbewusst machen. Paulus drückt es im Galaterbrief Kapitel 5 Vers 4 so aus:

Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid  aus der Gnade gefallen.

Oder auch:

Ihr seid Christus verlustig geworden, die ihr aus dem Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.

Es ist wie mit den zwei Opfern von Kain & Abel: gott schaute das Opfer des Kain nicht an, denn er kann mit einem unvollkomenen Opfer nicht zufrieden sein. Deshalb musste das Opferlamm im alten Testament stets Fehlerfrei sein. Liebe Freunde, seid nicht wie Kain, der Gott aus eigener Kraft ein Opfer aus dem verfluchten Erdboden bringen wollte. Er wollte sich Gott aufgrund seiner Leistung nahen! Er wollte Gott beeindrucken, mit dem was er getan hatte. Er dachte das würde ihn angenehm machen vor Gott, dass er sich so ins Zeug gelegt habe. Dass er im Schweisse seines Angesichts, den Erdboden beackert habe. Aber Abel vertraute nicht auf seine eigenen Werke. Er brachte Gott ein Lamm als Opfergabe. Ein Sinnbild für das Blut Christi, welches für uns vergossen wurde und uns von aller Sünde reinigt! (1. Johannes 1,7) Diese Erkenntnis ist sehr wichtig für wenn wir vor Gott treten: Es geht dabei nicht darum, dass unser Herz „in Ordnung“ ist. Es geht nicht darum, dass wir für alles um Verzeihung gebetet haben. Es geht nicht darum, ob wir dieses oder jenes getan oder nicht getan haben. Es geht allein darum, dass Jesus Christus uns vor Gott angenehm gemacht und uns den Eintritt in sein Heiligtum ermöglicht hat!

Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den  Vorhang – das ist durch sein Fleisch -, und einen großen Priester über das Haus Gottes  haben, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des  Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib  gewaschen mit reinem Wasser. (Hebräer 10,19-22)

Jesus Christus ist der einzige Grund (Boden) auf welchem wir uns Gott nahen können, dürfen und sollen. “Er hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns wurde; denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der am Holze hängt»“

„Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um Gott zu leben, ich bin mit Christus gekreuzigt. Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleische lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Ich setze die Gnade Gottes nicht beiseite; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.“ 

Bild: https://www.google.ch/url?sa=i&rct=j&q=&esrc=s&source=images&cd=&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjn_9TV15LUAhUIUlAKHZ4FDccQjRwIBw&url=https%3A%2F%2Fwww.iwsc.net%2Fnews%2Fwine%2Fnew-wine-category-for-2017&psig=AFQjCNGjtqK9dGuDkqidkiMflKWs4388NA&ust=1496064156455219