(Der Inhalt wurde in der New Wine Church am 10. Juni 2017 gepredigt)

„Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut hin auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Christus Jesus“ Hebräer 3,1

„Darum lasst uns mit frohem Vertrauen vor den Thron der Gnade treten, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.“ Hebräer 4,16

Liebe Freunde, wenn jemand als christlicher Prediger, die Ordnungen des alten Testaments eins zu eins auf das heutige Christentum überträgt, ist dies ein Widerspruch in sich selber! Ein christlicher Prediger hätte nach der Ordnung des alten Testaments gar kein Anteil am Priesterdienst! Denn der Priesterdienst war ausschliesslich den Leviten und den Söhnen Aarons vorbehalten! Ein christlicher Prediger darf nur predigen und vom Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zeugen, weil durch Jesus das Gesetz und damit auch das Priestertum verändert wurde! Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt in Kapitel 7 Vers 11 und 12:

„Wäre nun die Volkommenheit durch das levitische Priestertum gekommen – denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen – wozu war es dann noch nötig, dass ein anderer Priester auftreten sollte nach der Ordnung Melchisedeks, der nicht nach der Ordnung Aarons genannt wird?“ Hebräer 7,11

Ja, weshalb war es denn nötig, dass Jesus Christus als Priester nach der Ordnung Melchisedeks auftreten sollte? Der Schreiber beantwortet dies so:

„..denn das Gesetz brachte nichts zur Vollendung..“ Hebräer 7,19

„Denn wenn jener erste Bund tadellos gewesen wäre, wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden.“ Hebräer 8,7

Der erste Bund des alten Testaments war also unvollkommen. Er konnte nichts zur Vollendung bringen. Das heisst, er konnte das Gute in den Menschen nicht bewirken. Er konnte den Menschen nicht in seine ursprüngliche Stellung vor Gott zurückbringen.

„Damit deutete der Heilige Geist an, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbart ist, solange das vordere Zelt Bestand hat, das ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit ist, in der Gaben und Opfer dargebracht werden, die nach dem Gewissen den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst verrichtet. Es sind äusserliche Satzungen bezüglich Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen die bis zur Zeit der besseren Ordnung auferlegt sind.“ Hebräer 9,8-10

Also, was sehen wir da?

1. Das Gesetz bringt nichts zur Vollendung: Das haben wir bereits letztes mal angeschaut, das Gesetz (daher die 10 Gebote) können aus dir nicht einen besseren Menschen machen, im Gegenteil!

2. Der erste Bund der durch Mose geschlossen wurde war nicht tadellos, er war und ist fehlerhaft, weil er nicht das Gute im Menschen bewirkt, sondern das Böse. „Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und tötete mich durch dasselbe.“ Römer 7,18

3. Unter dem ersten Bund ist der Weg zum Heiligtum (d.h zu Gott) nicht offenbart. Der Mensch kann in seiner Sündhaftigkeit nicht vor Gott treten.

4. Gaben und Opfer können dein Gewissen nicht vollkommen machen. Das heisst, du wirst niemals wissen ob das was du getan oder nicht getan genug ist um vor Gott bestehen zu können. Du wirst niemals wissen ob du genug gebetet, gefastet, gespendet, getan hast um vor Gott gut dastehen zu können.

5. Alle diese Sachen sind äusserliche Satzungen bis zum Eintreten der besseren Ordnung (des besseren Bundes). Im ersten Bund wird der Fokus auf den Mensch gelegt, ihm wird gezeigt was er tun muss um vor Gott gut dastehen zu können (man beachte die Bergpredigt von Jesus!). Gottes Gebote sind ausserhalb des Menschen, auf steinerne Tafeln (oder in einem gedruckten Buch) geschrieben. Der Mensch versucht, Gottes Anforderungen aus eigener Kraft zu entsprechen – ohne Erfolg! Und zwar alle Jahre wieder!

„Weil das Gesetz nur einen Schatten von den zukünftigen Heilsgütern, nicht das Wesen der Dinge selbst darstellt, kann es niemals die vollkommen machen, die mit denselben regelmässig dargebrachten, alljährlichen Opfern hinzutreten. Hätte sonst das Opfern nicht aufgehört, weil die, die den Gottesdienst verrichten, kein Sündenbewusstsein mehr hätten, wenn sie einmal gereinigt wären? Vielmehr geschieht dadurch alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden.“ Hebräer 10,1-4

6. Es erinnert dich immer wieder an deine Sünden! Seien wir ehrlich liebe Leute: Wenn uns gesagt wird, was wir als gute Christen eigentlich tun sollten und wie wir eigentlich leben sollten; dann stimmen wir alle ein. Es stimmt – wir sollten viel geduldiger, liebevoller, freundlicher, fröhlicher, dankbarer usw. sein. Das stimmt! Aber wisst ihr was? Es zeigt eben gerade wie wir nicht sind! Das Gesetz zeigt dir, wie sehr du Gottes Herrlichkeit verfehlt hast. Wie sehr du von seinem Ebenbild abgewichen bist. Und wisst ihr was? Das Gesetz ist wie Treibsand: Je mehr wir versuchen, selber wieder rauszukommen, desto tiefer sinken wir!

Liebe Freunde, es ist ganz wichtig dass wir erkennen, dass unser Befolgen oder Nicht- befolgen des Gesetzes (daher auch der 10-Gebote) uns NIEMALS den Zugang zu Gott und seinem Heiligtum beschaffen können! Unser Sündigen oder Nicht-Sündigen hat keinen Einfluss auf unsere Beziehung zu Gott! Sollte es auf jeden Fall nicht, wenn wir erkennen, wovon unsere Stellung vor Gott wirklich abhängig ist. Liebe Freunde, Gott will nicht dass uns unsere Sünden mit Ihrer Last erdrücken! Er will nicht, dass wir wie geschlagene Hunde vor ihn treten, mit gesenktem Haupt und bedauernswerter Miene!

„Weil wir nun einen grossen Hohepriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der durch die Himmel gegangen ist, so lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.“ Hebräer 4,14

Also noch einmal: Weshalb war es nötig, dass Jesus Christus als Priester nach der Ordnung Melchisedeks auftreten sollte?

1. Jesus lebt für immer und hat ein unvergängliches Priestertum

„..dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum.“ Hebräer 7,22

„Daher kann er auch diejenigen vollständig erretten, die durch ihn zu Gott

kommen; denn er lebt für immer, um für sie einzutreten.“ Hebräer 7,24+25

Weil Jesus für immer lebt und für immer unser grosser Hohepriester sein wird, steht er auch ohne Unterlass im Gebet für uns ein. Er betet für dich! Besser als du es jemals tun könntest! Das heisst nicht, dass wir nicht mehr beten. Aber wir wissen, wir haben einen Fürsprecher der uns vollständig erretten, daher Gottes Wesen in uns offenbaren kann!

2. Jesus ist der Urheber ewigen Heils

„Und nachdem er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber ewigen Heils geworden.“ Hebräer 5,9

Gehorsam hat in der Bibel viel mehr mit Glauben und Vertrauen zu tun, als mit Tun und Machen (s. Hebräerbrief Kap. 3 V. 18+19). Daher ist Jesus, für alle die an ihn glauben (und im Glauben an ihn beharren), der Urheber ewigen Heils geworden. Man merke: ER ist der Urheber. Das heisst, er hat das Heil in dir angefangen und er wird es auch vollenden zu seiner Zeit. (Philipper 1,6) Dein Heil liegt nicht in deinen Händen! Deine Errettung liegt voll und ganz in seinen Händen!

3. Jesu Opfer gilt für immer – er sitzt zur rechten Gottes – er hat uns für immer vollendet!

„Dieser aber, da er ein Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, hat sich nun zur rechten Gottes gesetzt (…) denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollendet.“ Hebräer 10,12+14

Liebe Freunde: Jesus hätte sich nicht zur rechten Gottes hingesetzt, wenn es noch etwas zu tun gäbe. Man merke dass im alten Testament im Tempel keine Stühle vorhanden waren, wo sich die Priester hätten hinsetzen können. Denn deren Dienst war auch niemals zu Ende. Christus aber hat mit einem Opfer alles vollbracht was es zu tun gab. Sein Opfer gilt ewig! Deshalb muss er auch nicht mehr aufstehen um noch etwas nachzubessern. Er sitzt jetzt ruhig zur rechten Gottes – und du mit ihm!

4. Jesus ist der Mittler des neuen Bundes – eines so viel besseren Bundes!

„Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch den Tod, der zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund geschehen ist, die Berufenen das verheissene ewige Erbe empfangen.“ Hebräer 9,15

„Insofern ist Jesus Bürge eines so viel besseren Bundes geworden.“ Hebräer 7,22

Diesen neuen Bund verkünden wir! Dieser neue, viel bessere Bund ist der neue Wein den wir trinken! Und was ist es, was den neuen Bund so viel besser macht? Er hängt nicht von dir ab! Der neue Bund ist nicht von deinem Gehorsam abhängig! Der neue Bund ist nicht an Bedingungen gekoppelt, die du erfüllen musst! Gottes Liebe, Gnade, Wohlgefallen, Segen und so weiter ist nicht von dir abhängig! Gott hat den Bund mit Jesus geschlossen, und dich hineingesetzt. Du hast Anteil erhalten, an dem was Jesus Christus für dich bewirkt hat. Noch ein Wort zum verheissenen ewigen Erbe: Wisst ihr, dass wir Gott geerbt haben? Gott selber ist unser Anteil. (Römer 8,17)

5. Der neue Bund stützt sich auf bessere Verheissungen

„Nun aber hat er einen viel höheren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der sich auf bessere Verheissungen stützt.“ Hebräer 8,6

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In Hebräer 6 Vers 17-20 sehen wir dass Gott uns zwei Zusagen gibt, die nicht wanken. Er tut dies um uns, den Erben der Verheissung, noch kräftiger zu beweisen dass sein Ratschluss nicht wankt. Seine Entscheidung also feststeht. Diese zwei Zusagen sind folgende:

Erstens: Gott lügt nicht.

Und Zweitens: Er hat sich mit einem Eid verbürgt.

Und dieser Eid ist, dass er Jesus als Hohepriester eingesetzt hat

„denn das Gesetz konnte nichts zur Vollendung bringen -, und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch die wir uns zu Gott nahen. Und das geschah nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester geworden, dieser aber durch den Eid dessen, der zu ihm spricht (Psalm 110,4): »Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«“ V.17+21

„Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die Schwachheit an sich haben; dies Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt worden ist, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist.“ V.28 (Hebräer 7 Vers 21 und 28)

Das heisst, du hast nicht einen Hohepriester der fallen könnte. Du hast nicht einen Hohepriester der sündigen könnte! Du hast nicht einen Hohepriester der einen Fehler machen oder sterben könnte! Dein Hohepriester ist heilig, vollkommen, unfehlbar, ewig lebend und stark, dich zu erretten! Und dennoch kann er mitfühlen mit unserer Schwachheit, weil er selber versucht wurde und gelitten hat (Hebräer 4,15) Diese zwei Zusagen haben wir als einen starken Trost um an der angebotenen Hoffnung festzuhalten. Sie sind für uns ein sicherer und fester Anker unserer Seele, der hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang. Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein Hohepriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Hebräer 6 V.19+20 Weil Jesus dein Hohepriester ist und dir vorausgegangen ist, ins Heiligtum hinter dem Vorhang und dort eine ewige Erlösung für dich bewirkt hat kannst du nun ruhen! Du kannst sicher und geborgen sein in ihm. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Wenn du ihn siehst, erhöht zur rechten Gottes, einstehend für dich im Gebet, heilig und vollkommen, dann kannst du deine Seele beruhigen und sagen:

Er ist es!

Er bürgt für mich!

Er steht ein für mich!

Er ist meine Gerechtigkeit!

Er ist meine Hoffnung und meine Zuversicht von Jugend auf!

Er ist der Fels auf den ich traue, wer auf ihn baut, der wird nicht wanken!