„Denn ihr seid nicht zu dem Berg gekommen, den man anrühren konnte, und zu demglühenden Feuer, noch zu dem Dunkel, der Finsternis und dem Gewittersturm, (…)sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes,dem himmlischen Jerusalem“ (Hebräer 11,18+22)

Das hat einen bildlichen Sinn: Dies sind nämlich die zwei Bündnisse; das eine vom BergSinai, das zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar. (…)Aber das Jerusalem, das oben ist, das ist (Sarah) die Freie; das ist die Mutter von uns allen.“ (Galater 4, 24+26)

Liebe Freunde,

Wer von euch kennt die Geschichte von Ismael und Isaak? Isaak und Ismael waren beide Söhne von Abraham. Ismael war der Erstgeborene, seine Mutter war Hagar, eine ägyptische Sklavin. Isaak war der jüngere der beiden, seine Mutter war Sarah, Abrahams richtige Frau.

Wir lesen die Geschichte in 1. Mose Kapitel 16 und 21. Nachdem Gott mit Abraham den Bund geschlossen hatte und ihm verheissen hatte, dass er viele Nachkommen haben werden, schlug ihm seine Frau vor, mit ihrer Magd/Sklavin zu schlafen um ein Kind zu bekommen. Abraham tat dies und Ismael wurde geboren. Doch von dem Tag an als Hagar (die Sklavin) schwanger wurde, verachtete sie Sarah (damals noch Sarai genannt) die eigentliche Frau von Abraham. In Kapitel 17 wiederholt Gott sein Versprechen an Abraham und präzisiert es nochmal. Er gibt die Anweisung, dass er alle männlichen Nachkommen beschneiden lassen soll. Er gibt Sarai einen neuen Namen – Sarah mit H als Zeichen von Gnade. Und ab Vers 16 sagt er, dass er Abraham durch Sarah einen Sohn geben will. Als Abraham nachher in Vers 18 sagt, Gott solle doch Ismael als Nachkomme (und Erbe der Verheissung) gelten lassen, sagt ihm Gott in Vers 19 und 21 „Aber meinen Bund will ich mit Isaak aufrichten“.

Nun, wir sehen hier bereits einige wichtige Sachen:

1. Abraham und Sarai handeln eigenmächtig, ohne auf Gottes Wirken zu warten. Das heisst, sie suchten selber nach einer Lösung oder Umsetzung von Gottes Verheissung.

2. Gott hält sie davon nicht ab, aber er hält an seinem ursprünglichen Plan fest, die Welt durch Sarah und Isaak zu segnen.

In der Geschichte lesen wir weiter dass Ismael 13 Jahre alt war, als er an seinem Penis beschnitten wurde (V. 25). Und das ist ein weiterer wichtiger Punkt. Die Männer unter euch können sich wahrscheinlich einigermassen vorstellen wie schmerzhaft es sein muss an seiner empfindlichsten Stelle beschnitten zu werden. Der grosse Unterschied dabei ist: Es ist etwas ganz anderes, wenn dies mit dir gemacht wird, wenn du noch ein Baby bist und dich nicht mehr daran erinnern kannst. Oder wenn du 13 Jahre alt bist und den ganzen Schmerz voll miterlebst! Dies ist insofern wichtig, als dass wir wissen, dass aus Isaak das Volk der Juden entstanden ist, aus Ismael aber das Volk der Araber (Palästinenser). Die beiden streiten sich bis auf den heutigen Tag. Das heisst, etwas so kleines, unscheinbares, so ein kleiner Ungehorsam gegen Gott, oder ein bisschen Eigenwille (menschliches Denken, menschliche Weisheit) kann über 5000 Jahre Auswirkungen auf das Zusammenleben und die Entwicklung der Menschheit haben. Deshalb sagt Jesus auch „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer!“

Nun, Kapitel 21: Sarah gebiert Isaak, Isaak wird am achten Tag beschnitten und wächst auf und dann? Vers 9 + 10:

„Sarah sah den Sohn Hagars (Ismael) spotten. Und sie sagte zu Abraham: „Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn, denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit meinem Sohn Isaak erben.““.

Paulus wiederholt dies in Galater 4:

Stosse die Magd und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. (V. 30)

Und das spannende ist: Obwohl es Abraham missfiel, ihn also traurig machte, sagte Gott: Lass es dir nicht missfallen! Gott sagt nicht: „Sarah, was du da gerade von dir gegeben hast ist aber gar nicht christlich/göttlich! Wie kannst du nur so denken? Eine arme Sklavin und ihr kleiner Junge einfach von ihrem Vater trennen und in die Wüste schicken, geht es eigentlich noch? Tue gefälligst Busse und sei etwas netter zu deiner Sklavin und dem Halbbruder deines Sohnes!“ Nein, Gott sagt: Lass es dir nicht missfallen. Lass es dir nicht missfallen, deinen 13- jährigen Sohn zu enterben und von dir weg in die Wüste zu schicken! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.. Ist das nicht ein harter Gott? Was ist das für ein Gott, der so etwas gutheisst?

Nun, einige Bibellehrer sagen dass mit spotten hier ein „sich lustig machen auf eine mörderische Art“ gemeint ist. Also „sich mit Mordgedanken über jemanden lustig machen“. Dies deckt sich mit Galater 4 Vers 29 wo Paulus sagt:

„Aber genauso wie zu jener Zeit der natürlich Geborene (Ismael) den verfolgte, der nach dem Geist geboren war (Isaak), so geht es auch jetzt.“

Wir sehen das sinnbildlich auch bei Kain & Abel, David & Saul oder auch bei Joseph und seinen Brüdern. Es ist der uralte Kampf von Fleisch gegen Geist (Galater 5,17 / Römer 8,7)

Das heisst, Gott hat es gutgeheissen, weil er Isaak schützen wollte und nicht zuliess dass ihm sein Bruder Ismael etwas antun oder ihn umbringen würde, wie es bei Kain und Abel der Fall war. Dass Gott es aber gutgeheissen hat, dass Ismael verbannt werden sollte hat auch noch einen anderen Grund. Wie wir gesehen haben, wurde Ismael aus dem Fleisch, aus dem Eigenwillen/ Selbsteffort des Menschen gezeugt. Er ist daher nicht der rechtmässige Erbe. Paulus sagt in Galater 4,24-26:

Das hat einen bildlichen Sinn: Dies sind nämlich die zwei Bündnisse; das eine vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar. Denn »Hagar« bedeutet den Berg Sinai in Arabien und entspricht dem jetzigen Jerusalem, und es ist in Knechtschaft samt seinen Kindern. Das obere Jerusalem aber ist frei, und dieses ist die Mutter von uns allen. 

Hagar, die Mutter Ismaels ist ein Bild für den Berg Sinai wo das Gesetz gegeben wurde. Sie gebiert zur Knechtschaft. Das heisst, jeder der versucht aus dem Gesetz gerechtfertigt zu werden (daher vor Gott bestehen zu können) stellt sich somit selber unter das Gesetz stellt und ist dementsprechend ein Nachkomme Hagars, ein Nachkomme der Sklavin. Aber was sagt die Schrift? Stosse die Magd und ihren Sohn hinaus, denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien! Du kannst die Verheissungen, also den Segen den Gott dir geben will nicht erben solange du dich selber unter das Gesetz stellst. Solange du aufgrund deiner Werke, deinem Einhalten der Gebote mit Gutem rechnest, bist du unter dem Fluch, du bist ein Sklave und erbst nicht was Gott dir durch Glaube, durch Verheissung geben will! Was also tun? Stosse die „Religiosität“ hinaus! Hinweg von dir! Verbanne den Sauerteig der Pharisäer aus deinem Leben! Höre auf, auf deine eigene Gerechtigkeit aus Werken zu vertrauen und vertraue stattdessen in die Gerechtigkeit aus Glauben in Christus! Ein bisschen Selbstgerechtigkeit durchsäuert den ganzen Teig. Ein bisschen Selbstgerechtigkeit schneidet dich ab von Gottes Versorgung für dein Leben. Ein bisschen Selbstgerechtigkeit verdirbt den ganzen Menschen!

Wir aber, Brüder, sind wie Isaak Kinder der Verheissung. (v. 28)

So sind wir nun Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien. (V. 31)

Ihr seid nicht zum Berg des Gesetzes gekommen, wo ihr euch Gottes Wohlgefallen verdienen müsstet! Ihr seid zum Berg Zion gekommen, wo Jesus Christus an eurer Stelle gekreuzigt wurde und für euch den Lohn der Sünde, den Tod, den Fluch des Gesetzes getragen hat. Ihr seid zum Berg Zion gekommen, wo Gott euch seinen heiligen Geist gegeben hat und euch zu Kindern gemacht hat. Wo ihr aus unvergänglichem Samen aus Gott geboren wurdet! Am Sinai wurde das Gesetz gegeben und an diesem Tag wurde Volk ungehorsam und 3000 Leute starben (2. Mose 32,28). Am Berg Zion (Jerusalem) wurde am gleichen Tag der Heilige Geist gegeben und 3000 Leute wurden gerettet (Apostelgeschichte 2,41)!

Das ist es wenn geschrieben steht:

„denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2. Korinther 3,6)

Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch erneut fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen durch den wir rufen „Abba, Vater!“

Und wie habt ihr den Geist empfangen?

Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen? (Galater 3,1 Einheitsübersetzung) 

Habt ihr den Geist Gottes bekommen, weil ihr die Vorschriften des Gesetzes befolgt habt, oder habt ihr ihn bekommen, weil ihr die Botschaft, die euch verkündet wurde, im Glauben angenommen habt? (Galater 3,1 Neue Genfer Übersetzung)

Habt ihr den Heiligen Geist etwa durch das Befolgen des Gesetzes empfangen? Natürlich nicht. Der Heilige Geist kam auf euch herab, nachdem ihr die Botschaft von Christus gehört und ihr geglaubt habt. (Galater 3,1 Neues Leben)

Liebe Freunde, es ist etwas ganz anderes, wenn du eine Sklavenmentalität hast, im Sinne von „Du erhältst nur was du verdienst“ oder wenn du eine Sohn-Gottes- Mentalität hast im Sinne von

„Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ Römer 8,32

Liebe Freunde, Ihr seid Kinder der Verheissung. Durch Glauben an den, der es verheissen hat. Galater 4,28 / Hebräer 6,17+18