(Der Inhalt wurde anlässlich der New Wine Church am 21. Oktober 2017 gepredigt)

Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, 14 und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. 15 Lasst uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein;
Philipper 3,13-15a

Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden als eine Zeit lang den Genuss der Sünde zu haben, und er hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung. Hebräer 11,24-26

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. 
Hebräer 13,12+13

„Ich vergesse was hinter mir liegt und strecke mich aus nach dem was vor mir liegt.“
Viele von euch kennen diesen berühmten Satz von dem Apostel Paulus.
Paulus sagt im nächsten Abschnitt des Verses: „nach der himmlischen Berufung in Christus Jesus“. Aber was ist eigentlich das, was hinter ihm liegt und was ist das was vor ihm liegt?
Ich möchte euch einladen diesen Vers mal in folgendem Kontext zu sehen:
1. Korinther 10,1+2
„Denn ich will nicht, dass ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, dass unsere Väter alle
unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind und alle in der
Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden“
Paulus beschreibt hier wie das Volk Israel als es aus Ägypten auszog und durchs rote Meer ging sozusagen auf Mose getauft wurde. Sie wurden im Meer mit Wasser und in der Wolke „mit Geist“ getauft. Das Beispiel das Paulus hier macht ist eine Art Gleichnis für die Taufe im alten und im neuen Testament. Im neuen Testament werden wir durch die Taufe mit Wasser und im Heiligen Geist aus der Sklaverei der Sünde zu einem neuen Leben in Christus befreit.
Das heisst, wie die Israeliten aus Ihrer Sklaverei aus Ägypten auszogen, so ziehen wir aus der Sklaverei der Sünde aus. Und wie die Israeliten in das verheissene Land einzogen, so ziehen wir in unsere Berufung unsere Position in Christus ein. (Dazu später mehr).

Was hinter uns liegt, ist unsere Gottlosigkeit, unser Ego, unser Wunsch aus eigener Kraft
etwas erreichen oder bewirken zu wollen. Das heisst, etwas so unabhängig von Gott tun zu können, dass ich mir etwas darauf einbilden kann. Es ist quasi unser Wunsch nach
„Selbstverwirklichung“ und unser Wunsch, vor den Menschen etwas zu sein und zu gelten. Quasi alles wofür wir nicht Gott die Ehre geben wollen, sondern uns die Ehre für unsere Bemühungen selbst zuschreiben wollen.
Was vor uns liegt: darauf werden wir noch zu sprechen kommen: =)
Lasst uns nun gemeinsam zu einer Reise in das alte Ägypten aufbrechen:
Stellt euch vor, ihr wart zu dieser Zeit Sklaven in Ägypten. Ihr musstet lange und hart
arbeiten, nur um ein wenig Brot (ein bisschen Anerkennung) zu erhalten. Es gab viele
Herrscher und Aufseher die euch herumkommandierten. Es gab viele Leute die euch
vorsagen wollten was gut und richtig für euch ist. Wie ihr zu leben und zu denken habt.
Wonach es zu streben oder nicht zu streben galt. Was gesellschaftlich akzeptiert ist und was ein No-Go ist, womit ihr euer Gesicht verlieren könntet und würdet. Es galt das Überleben / das Gesetz des Stärkeren. Wer alt war, schwach, krank oder untauglich wurde – eliminiert. Du warst nur etwas Wert solange du etwas leistetest. Wenn du nicht mehr leisten konntest warst du auch nichts mehr Wert.
Und so waren die Herrscher, die Aufseher, die Mächtigen immer nur an noch mehr Geld,
noch mehr Macht, noch mehr Profit, noch grössere und prächtigere Bauten aus und
scherten sich im Grunde genommen 0 um dich. Du warst ihnen schlichtweg egal. Sie kannten dich nicht und mussten dich auch nicht kennen. Wenn einer fehlte wurde er einfach durch jemand anderen ersetzt. So einfach geht das. Wahrscheinlich hattest du für sie nicht einmal einen Namen. Du warst einfach nur „der da drüben“, der mit der Hackfresse, der mit dem schrägen Gesicht. Der, der schon mal so blöd reingeschaut hat. Der, der schon letztes mal nicht richtig mitmachen wollte. Der, der schon öfters seine geforderte Leistung nicht erbracht hat. Der, dem man immer wieder sagen muss, was er zu tun und zu lassen hat. Du warst einfach nur „der andere“. Du warst einfach
nur „der Hebräer, der Christ“. Der, der einem anderen Gott dient. Dem unsichtbaren. Du
warst der Unreine, der unedle, das Verabscheuenswerte. Das kleine Ungeziefer. Das waren deine Namen, jeden Tag; Tag ein, Tag aus. Jeden Tag, unter der glühend heissen Sonne in 45°C.
Ob es ein Gott gibt? Keine Ahnung, wahrscheinlich schon, irgendwo da oben. Aber den
kümmert das nicht. Sonst hätte er ja etwas dagegen gemacht. Unsere Eltern und
Grosseltern, die glaubten an ihn. Aber ich, ich habe noch nie etwas von ihm bemerkt. Keine Ahnung ob es ihn gibt. Die Götter der Ägypter sind auch nicht schlecht, die kann man wenigstens sehen. Unser Gott hat nicht mal ein Bild – und ein Name hat er auch nicht. So oder so ähnlich konnten wohl die Gespräche und Gedanken der Israeliten zu dieser Zeit gewesen sein. Gott? Keine Ahnung. Alles was ich sehe ist Leid und Schmerz; Gewalt und Unterdrückung.
Und während du Tag für Tag deine Steine schleppen musstest und versuchtest mit dem
Schritt und dem Tempo der anderen mitzuhalten, wusstest du gar nicht, was Leben eigentlich bedeutet. Du wusstest gar nicht, was Freiheit eigentlich bedeutet. Du liefst dir auf den Stummeln der abgeschnittenen Ähren auf den Kornfeldern die Füsse wund und warst einfach nur froh, wenn der Tag vorüber war und du nicht ein paar Striemen mehr auf deinem Rücken hattest. „Freiheit – was ist das? Ein Leben in Freiheit? Noch nie davon gehört. Ich bin ein Sklave, das ist mein Leben. Solange mich die Aufseher nicht allzu hart schlagen geht’s schon.“ Solange mir der Lehrer, der Lehrmeister, der Chef, der Staat nicht noch mehr auferlegt, geht’s schon.
Oder aber:
Du gehörtest zu denen die das Luxusleben geniessen konnten. Du zähltest zu den
Gewinnern. Du warst selber auch ein Ägypter. Ein Edler, aus einer angesehenen Familie. Der Vater stand mit dem Königshaus in Verbindung und du konntest gute Schulbildung, frisches und sauberes Wasser geniessen. Wenn du wolltest, konntest du nicht nur mit Seife baden, du hättest sogar in Milch baden können wenn du wolltest; die kostete ja nur 1.50.- pro Liter. Lange Tage? Steine schleppen? Den ganzen Tag gebückt rumlaufen? Andere die einem herumkommandierten? Das kanntest du nicht. Du lagst gemütlich auf deinem Sofa, schautest den Reitern bei den Wagenrennen zu. Trankst deine Kokosnussmilch. Ab und zu gönntest du dir eine Massage. Alles guut, das Leben war guut. Die Schätze Ägyptens waren herrlich..
Und dann..? Wie ging es dann weiter?
Dann ging es so weiter: Du – bist Mose!
Du wärst eigentlich ein Israelit, ein Hebräer, ein Sklave! Bist aber bei den Ägyptern, den
Reichen und Privilegierten aufgewachsen. Du müsstest eigentlich bei deinen Brüdern sein und harte und schwere Lasten tragen. Du müsstest eigentlich nichts zu trinken erhalten, wenn du Durst hättest. Du müsstest eigentlich die Schläge und die Peitschenhiebe ertragen mit denen dein Luxusleben finanziert wird. Du
bist Unterdrücker und Unterdrückter zugleich. Du bist Peiniger und Gepeinigter zugleich. Unbarmehrzig treibtest du andere zu immer schnellerer, besserer und harterer Arbeit an und wusstest dabei nicht, dass du im Grunde genommen dich selber antreibst.
Und auf einmal merkst du: Hey, den anderen den ich auslache und blossstelle – der bin
eigentlich ich. Der andere, auf den ich herabschaue, der könnte ich sein. Ich müsste
eigentlich an seiner Stelle sein. Und plötzlich merkst du wie viel Blut und Unrecht eigentlich an deinen Kleidern und an deinen Händen klebt. Du merkst plötzlich, in was für einer Illusion, in was für eine Lüge und in was für einer Ungerechtigkeit du eigentlich gelebt hast.
So ungefähr muss es Mose gegangen sein, als er den Ägypter tötete, der einen Israeliten
verprügelte. In seiner Verzweiflung versuchte er selber Recht zu schaffen – und beging dabei ein noch grösseres Unrecht. So wie Mose merkst du plötzlich, wer du in Wahrheit wirklich bist. Und von diesem Moment an hast du die Wahl: Bleibst du im Luxus den dir diese Welt verspricht? Bleibst du bei den Annehmlichkeiten, die dir das Leben auf dieser Seite der Wahrheit verspricht? Oder aber nimmst du deinen Platz ein, bei deinen Brüdern, den Unterdrückten, den Gefangenen.

Denen, die sich nicht selber Recht schaffen können. Bist du bereit, die Vorzüge dieses
Lebens, deine angesehene Stellung aufzugeben und stattdessen die selbe Schmach auf dich zu nehmen, die deinen Brüdern wiederfährt? Willst du das überhaupt?
Und nun kommt es zur Entscheidung:
Was – ist dir – wirklich – wichtig – im Leben?
Wenn du plötzlich nicht mehr beide Wege gehen kannst. Wenn es plötzlich keinen
Kompromiss mehr gibt. Bist du bereit, den Weg Gottes zu gehen? Auch wenn es Leiden
bedeutet? Bist du bereit, dein Kreuz auf dich zu nehmen und ihm nachzufolgen?
Liebe Freunde, niemand von uns ist aus sich selbst heraus bereit, so etwas zu tun. Unser
„Fleisch“, unsere Selbstsüchtige Natur, all unser Ego, all unser Eigennutz und unsere
Bestrebungen und Hoffnungen auf ein gutes Leben, stehen dieser Entscheidung ablehnend gegenüber. Es gibt nichts in uns, das irgendwie bereit wäre, freiwillig diesen Weg anzutreten.
Alles in uns schreit „NEEIN! Nicht ich! Irgendjemand anders, aber nicht ich! Wieso ich?!?“ Und das zu Recht. Denn das ist nicht das Leben wofür wir geschaffen wurden. Das Problem ist, dass wir von unten (d.h. von unserer gefallenen Stellung) stets nach oben wollen (zu unserer himmlischen Stellung). Jesus aber hat es andersherum gemacht: Er ist von oben (von seiner himmlischen Stellung)
heruntergekommen (auf eine menschliche Stellung). Das heisst, dort wo wir alle raus
wollen, da ist Jesus hineingekommen und hat uns wieder dorthin zurückversetzt wo wir
hinwollen und hingehören (in die Arme und die Gegenwart des Vaters.)
Nun magst du mich fragen oder mir sagen: Dann ist ja alles gut, dann muss ich das ja nicht nocheinmal durchmachen. Und ich sage dir: Sehr wohl, du musst nicht. Aber du wirst. Du wirst es tun und zwar nicht, weil du es willst; sondern weil er will und du somit auch. Und das geht nur, wenn du den Ausgang der Geschichte kennst! Denn der Tod, die Schmach, das Leiden, das ist nicht das Ende! Das ist die Botschaft vom Kreuz! Paulus sagt, wenn wir nur in diesem Leben auf Christus gehofft hätten, so wären wir die erbärmlichsten aller Menschen! Aber weil wir diese lebendige Hoffnung haben, sprich: dass auf uns eine viel grössere Herrlichkeit, ein viel grösserer Trost, viel kostbarere Annehmlichkeiten warten, können wir auch die Leiden dieser Zeit ertragen – und uns sogar darin freuen!
Ich will es noch einmal klar und deutlich machen:
Du wirst die Schmach und die Leiden Christi tragen, nicht weil er dich zwingt; sondern weil du seinem perfekten Willen vertraust. Weil du mehr und mehr weisst, dass dieses Leben hier, was du hier und jetzt siehst oder durchmachst nicht für immer ist. Du wirst mehr und mehr geistlich gesinnt sein, das heisst du suchst was oben ist, du suchst das Lob und die Anerkennung Gottes; du suchst deinen Platz und deinen Wert in Christus. Du strebst nach dem, was für immer in alle Ewigkeit bestand hat! Du strebst nicht mehr nach dem vergänglichen Reichtum dieser Erde, sondern nach der ewigen Herrlichkeit die in Christus Jesus ist!

Und genau deshalb wollen wir euch über diese Hoffnung, diese Belohnung, diese
Herrlichkeit die an uns offenbart werden soll nicht in Unkenntnis lassen, denn sogar Jesus selbst „musste“ quasi auf die Belohnung schauen um seinen Leidensweg (seine Via Dolorosa) antreten und durchhalten zu können!

Also, schauen wir uns mal an, wie die Geschichte weitergeht und was sie uns über die
bevorstehende Belohnung sagt: Plötzlich kommt einer und sagt:
Jahwe, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesagt: Ich habe genau achtgehabt auf euch und auf das, was euch in Ägypten angetan worden ist, und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens hinaufführen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter, in ein Land, das von Milch und Honig überfließt. (2. Mose 4,16+17)
Wie bitte? Jahwe? Ich bin der Ich bin? Was soll denn das heissen? Der Gott unserer
Vorfahren? Er hat achtgehabt auf uns und das, was uns angetan wurde? Er will uns aus
diesem Elend herausführen? In ein Land das von Milch und Honig überfliesst?!
Weisst du was das ist? Weisst du was da passiert? Gott teilt dir seinen Willen mit. Er teilt dir mir, dass er etwas viel grösseres, viel besseres, viel schöneres und viel sättigenderes für dich bereithält, als du dir jemals erträumt hättest!! Du merkst plötzlich, wie in dir ein kleiner Hoffnungsschimmer auftaucht, ein kleines Licht das in deinem Herzen aufgeht und dir die Frage stellt: Ist das möglich? Ist es möglich, dass es Gott so gut meint? Ist es möglich, dass wir ihm nicht egal sind? Kann es sein, dass er uns wirklich aus dieser Hölle raus an einen guten Ort führen will? Ist es möglich, dass er uns so viel Gutes zu essen geben will, nachdem wir solange praktisch nur Dreck gegessen haben? Ist es möglich, dass er uns so viel Freude bereiten will, nachdem wir so viel Trauer erleiden mussten?
Liebe Freunde, ich sage euch: Ja, es ist möglich. Und ja, es ist Gottes Wille!
Gott will dir mehr als genug geben, er will dir Leben im Überfluss geben! Er will, dass du
gesund, stark und wohlbehalten bist. Das ist sein absoluter Wille für dein Leben!
Aber bevor das alles Wirklichkeit wurde, dauerte es noch eine ganze Weile. Und zwar nicht, weil Gott es so wollte, sondern weil die Menschen noch nicht bereit waren dafür.

Liebe Freunde, oftmals wird es im Leben eines Menschen erst schlimmer, bevor er wirklich zu seiner Freiheit in Christus aufbrechen kann. Oftmals muss der Schmerz, so zu bleiben, grösser werden, als der Schmerz etwas zu verändern. (Beispiel)
Und so dauerte es zwar nur einen kurzen Augenblick (1 Tag) um die Israeliten aus der
Sklaverei Ägyptens herauszuführen; aber es dauerte eine extrem viel längere Zeit (40
Jahre) um die Denkweise Ägyptens (und somit die Denkweise eines Sklaven) aus Ihnen
herauszunehmen. In gewisser Art und Weise war Gott somit mehr an ihrer Befreiung
interessiert, als sie selber. Sonst hätten sie sich ja nicht ständig beschwert und danach
verlangt, wieder nach Ägypten zurückzukehren.

Wir, liebe Freunde waren wie die Israeliten unter der Sklaverei Ägyptens. Aber Gott, der
grosse „Ich bin“ ist in unser Leben gekommen und hat uns mit starker Hand aus der Sklaverei der Sünde herausgeführt, damit wir nun mit ihm zusammen leben und ihm dienen können. Das „Ich bin“ ist etwas unfassbares, es bedeutet: Was auch immer du brauchst: Ich bin es. Was auch immer du brauchen wirst: Ich werde es für dich sein. Wenn du Heilung brauchst, werde ich dein Heiler / dein Arzt sein. Wenn du Versorgung brauchst, werde ich dein Versorger sein. Wenn du Schutz brauchst, werde ich dein Beschützer, dein Fels und deine Burg sein. Wenn du einen Tröster brauchst, werde ich dein Tröster sein. Und wenn du Beistand brauchst, werde ich dein Beistand sein.
Deine Belohnung ist also, dass Gott, dein Gott sein wird und du mit ihm in seinem neuen
Reich in seiner neuen Stadt mitregieren wirst.
Spannend ist ja, dass für die Israeliten die Reise eigentlich erst dann richtig losging, als sie vom Passahlamm gegessen hatten. Das Passahlamm ist hier ein Bild für „das Lamm Gottes“, welches unser Herr Jesus Christus darstellt. Das heisst, von dem Abend an, als Sie „das Abendmahl“ gegessen hatten und ihr Haus (ihre Herzen) mit dem Blut des Lammes (dem Blut Christi) besprengt hatten ging die Reise los.
Von dem Moment an, als Gott bei Ihnen Einzug gehalten hatte, brachen sie auf zu einem
neuen Leben in Freiheit. Und sie brachen nicht einfach so auf, sondern sie brachen mit den Schätzen Ägyptens auf. Gott gab Ihnen Gold und Silber und viele kostbare Geräte und Schmuck mit als Ersatz für Ihre
Jahrelange Arbeit bei der sie nicht das erhalten hatten, was ihnen zugestanden wäre.
Und während sie (oder besser gesagt wir) in unsere neue Freiheit in Christus aufbrechen, zu diesem wunderbaren Land das der HERR, unser Gott, unseren Vorfahren und unsgeschworen hat, es uns zu geben; dürfen auch wir uns bewusst sein, dass Gott uns alles doppelt zurückerstatten wird, was uns geraubt oder vorbehalten wurde!
Ja, du darfst dir sicher sein: Jesus ist nicht nur gekommen, dir das wiederzuerstatten, was der Satan dir und deiner Familie geraubt hat; er ist auch gekommen um noch mehr dazu hinzuzufügen! Jesus stellt dir die verlorene Freude, das verlorene Geld, die verlorene Kraft, die verlorenen Beziehungen mehr als nur wieder her! Entweder gibt er dir mehr an Menge oder mehr an Qualität! Oder beides!
Während wir aber zu diesem Land aufbrechen, wird es immer auch Sachen geben, die uns daran hindern wollen, all das zu ergreifen, was Gott für uns vorbereitet hat. Es wird immer auch Menschen und Kräfte geben, die uns davon abhalten wollen, all das Gute zu geniessen, das Gott uns geben will!
Es wird immer Sachen geben, die uns davon abhalten wollen, zu Gottes reichem
Hochzeitsmal zu kommen. Es gibt nämlich jemanden, dem es gar nicht gefällt, wenn Gottes Volk (d.h. seine Kinder) aufbrechen um Ihr Erbteil in Besitz zu nehmen. Es gibt jemanden dem das gar nicht gefällt,

wenn wir nicht mehr nach seiner Pfeife tanzen, sondern nun für die Sache des Guten
einstehen. Es gibt also Feinde und Widerstände VOR dem Durchzug durchs rote Meer und es gibt Feinde und Widerstände NACH dem Durchzug durchs rote Meer. Das heisst es gibt Herausforderungen VOR deiner Taufe im Wasser und im Heiligen Geist und es gibt Herausforderungen NACH deiner Taufe im Wasser und im Heiligen Geist.
Die Schwierigkeiten haben im Grunde genommen ja erst mit dem Auszug aus Ägypten
richtig angefangen. Dann war plötzlich niemand mehr da, der ihnen sagte, was sie zu tun hatten. Dann war plötzlich niemand mehr da, der ihnen sagte, wie sie zu leben hatten. Plötzlich waren sie gezwungen selber zu überlegen, selber nachzudenken und auf Gott zu vertrauen. Sie mussten vertrauen, dass er sie in dieser lebensfeindlichen Umgebung mehr als nur am Leben erhalten könnte. Dass er ihnen mitten in der Wüste, über 5 Mio. Menschen, jeden Tag aufs Neue Essen und Trinken geben würde.
In der Wüste, in dieser Wanderung zwischen dem Auszug aus der Knechtschaft und dem
Einzug ins verheissene Land, lernten die Menschen Gott zu vertrauen. So lernen auch wir, während diesem Leben Gott zu vertrauen.
Spannend ist auch, dass sie jeweils immer dann über ihre Feinde siegten, wenn Gott mit
Ihnen war. Also wenn sie von Gott abhängig waren. Sie verloren immer dann, wenn sie auf sich selbst vertrauten und gewannen immer dann, wenn sie sich nach Gottes Ordnung richteten. Es gibt eine Stelle, wo das Volk gewinnt, solange Moses für sie die Arme aufhebt und betet. Und immer wenn Mose müde wurde und die Arme sinken liessen, begannen sie wieder zu verlieren. Soweit, dass 2 Helfer, Moses helfen mussten, seine Arme oben zu halten. Das heisst, Mose war sogar in seiner Abhängigkeit von Gott, noch Abhängig davon, abhängig zu bleiben 😉
Aber heute sind müssen wir nicht mehr auf einen gewöhnlichen Menschen vertrauen der für uns betet, sondern Jesus selbst betet ständig für uns und hebt seine Arme auf für uns, sodass wir in ihm allezeit den Sieg haben!
Aber was ist das entscheidende? Dass es immer noch Feinde, Probleme und Schwierigkeiten zu überwinden gibt oder dass Gott uns ein überreiches, übergutes, überschönes Land geben will? Natürlich das tolle und wunderbare Land! Wer will schon im Schmutz und im Dreck Ägyptens bleiben, wenn er Milch und Honig haben kann?
Also abschliessend zusammenfassend:
Was ist deine Berufung?
Deine Berufung ist es, dich nicht an dieses irdische Vergnügen festzuklammen.
Du darfst es geniessen, du darfst auch daran Freude haben aber es soll für dich nicht
unverzichtbar werden. Du sollst dir stets bewusst sein, dass Gott Jetzt, in Zukunft und im
Himmel gute Sachen für dich bereithält, die alle jetzigen Vergnügungen bei weitem
übertreffen!
Weil du das weisst und seinem perfekten Willen für dein Leben vertraust, kannst du auch auf kurzfristige (und sündhafte) Vergnügungen und Luxus dieser Erde verzichten, weil du weisst, dass es eine entscheidend wichtigere Mission für dein Leben und das deiner Mitmenschen gibt, und zwar möglichst vielen Menschen von diesem
wunderbaren Gott zu erzählen. Du merkst, dass du dazu berufen bist, selber in Freiheit zu wandeln, und andere Menschen in diese Freiheit in Christus hineinzuführen. Dazu wirst du mehr und mehr bereit sein, auf menschliches Ansehen etc. zu verzichten und stattdessen die Schmach Christi zu tragen.
Das heisst, du wirst bereit sein, wie Christus, nicht nur im Paradies rumzuhängen, sondern für eine gewisse Zeit den Dreck und das Elend dieser Welt kennenzulernen, damit anschliessend umso mehr Leute, dieses gute Land geniessen können, das Gott für jeden von uns vorbereitet hat. Weil es gemeinsam einfach schöner ist, als alleine!
Du bist dir auch bewusst, dass du den Riesen und den Feinden (den Herausforderungen) auf diesem Weg nicht alleine begegnen musst, sondern dass Gott selber für dich betet und für dich kämpft. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir.

Wir sollen würdig unserer Berufung leben − welche Berufung ist das? Wir sind berufen,
ƒ gesegnet zu werden mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt (Epheser 1,3‐14),
ƒ ein reiches und wunderbares Erbe zu empfangen (Epheser 1,18),
ƒ dass die überragende Größe Seiner Kraft in uns wirke (Epheser 1,19),
ƒ mit allen Heiligen der Leib des CHRISTUS zu sein (Epheser 1,23),
ƒ von unseren Sünden gerettet, als Freie zu leben (Epheser 2,5),
ƒ mit CHRISTUS (ewig) zu leben (Epheser 2,6),
ƒ mit IHM schon jetzt in der Himmelswelt zu „sitzen“ (Epheser 2,6),
ƒ die Werke zu tun, die GOTT für uns vorbereitet hat (Epheser 2,10),
ƒ in der Nähe GOTTES zu leben (Epheser 2,13),
ƒ Zutritt zum VATER zu haben (Epheser 2,18),
ƒ zusammen mit allen Heiligen eine Behausung GOTTES im GEIST zu sein (Epheser 2,22), ƒ
Miteinverleibte  und  Mitteilhaber  der Verheißung in CHRISTUS zu sein (Epheser 3,6),
ƒ mit allen Heiligen die mannigfaltige Weisheit GOTTES darzustellen (Epheser 3,10),
ƒ mit allen Heiligen die Liebe des CHRISTUS, die allen Verstand übersteigt, zu erkennen und auf diese Weise mehr und mehr mit der ganzen Fülle des Lebens erfüllt zu werden (Epheser 3,19), erfüllt zu werden zur ganzen Fülle GOTTES (Epheser 3,19).
ƒ mit allen Heiligen die Liebe Christi in Ihrer Länge und Breite und Höhe und Tiefe zu
erfassen (Epheser 3,18),

Denn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um einetwillen zu leiden,  Philipper 1,29

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