(Dieser Inhalt wurde anlässlich der New Wine Church am 16. Dezember 2017 gepredigt)

Wisst ihr, was Advent bedeutet?

Advent kommt vom Lateinischen „Adventus“ und Bedeutet „Ankunft“. Eigentlich heisst es „Adventus Domini“ und bedeutet so viel wie „die Ankunft des Herrn“. Man kann das bereits vom französischen „venir – il vient“ erahnen.
Im Johannesevangelium lesen wir:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was
gemacht ist.
4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.
Wenn hier in der Bibel von „das Wort“ gesprochen wird, ist damit Jesus gemeint.
Gemeint ist: Am Anfang war Jesus, und Jesus war bei Gott und Jesus war Gott.
Alles ist durch Jesus gemacht und ohne Jesus ist nichts gemacht, was gemacht ist.
In ihm (in Jesus) war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Nun, hier müssen wir kurz halt machen: In ihm war das Leben – und das Leben war das Licht der Menschen.

Das Leben war das Licht der Menschen; was ist damit gemeint?
Erstens mal: Wofür brauchen wir Licht? Um zu sehen (uns zu orientieren). Um was zu sehen? Uns, unsere Mitmenschen, Gott, seine Schöpfung, unser Zustand, Ihr Zustand. Was geschieht normalerweise wenn wir nichts sehen können? Wir kriegen früher oder später angst. Wir sind (so wie die meisten anderen Lebewesen auch) dafür geschaffen, zu sehen. Wir sind dazu geschaffen, zu erkennen. Wofür braucht man Licht sonst noch? Licht brauchen wir (und auch die Pflanzen und Tiere) um zu wachsen. Ohne Licht tappst du blind in der Dunkelheit umher. Du weisst nicht woher du kommst und du weisst nicht wohin du gehst. Du kannst auch den Weg vor dir und die möglicherweise verborgenen Fallen nicht erkennen. Du kannst nicht einschätzen wie weit du schon gekommen bist und wie weit es noch ist. Du hast auch gar keine Ahnung wer oder was sonst noch unterwegs ist. Spannend ist auch, dass wenn wir etwas verkehrtes machen, wir es ja im geheimen, im verborgenen, im dunkeln machen. Stellt euch mal einen Swinger-Club oder ein Bordell vor wenn man plötzlich das Licht anstellen würde. Oder auch eine Disco, das Licht ist meistens unangenehm wenn wir uns nicht ganz korrekt verhalten.

Nun aber, das Leben war das Licht der Menschen. Was kann jetzt damit gemeint sein? Wie ich das verstehe ist damit gemeint, dass du für das Leben geschaffen bist. Durch Jesus (das Leben) kannst du sehen, erkennen und wachsen. Du kannst endlich sehen, wohin du gehst, du kannst sehen wie die Sünde alles Gute und liebenswerte zerstört. Du kannst aber auch all das Gute sehen und erkennen, das Gott für uns bereithält. Du kannst erkennen, woher du kommst und wer dein Vater ist. Du kannst erkennen, von wem du abstammst und wessen Blut und wessen Geist du in dir trägst. Du kannst erkennen wozu du berufen bist, und am wichtigsten: du kannst Gott erkennen. Und indem du ihn mehr und mehr erkennst, so wie er ist, wirst du auch mehr und mehr in sein Ebenbild verwandelt. Du wächst in deine wahre Bestimmung in deine wahre Identität als Gottes Kind.

Also noch einmal:
Jesus ist das Leben und das Licht, welches du für deine Reise von der Erde zum Himmel brauchst. So wie Jesus vom Vater gekommen bist, bist auch du hier nicht wirklich zuhause. Dein Zuhause ist der Himmel. Du befindest dich zur Zeit auf dem Heimweg. Deshalb sagt man auch wenn jemand verstorben ist, „er ist heimgegangen“. Man kann es auch so betrachten: Wenn du geboren wirst, erblickst du das Licht dieser Erde, nicht wahr? Und wenn du stirbst, gehen alle Lichter aus, richtig? Also: Leben und Licht sind miteinander verbunden wie Tod und Finsternis. Nun heisst es aber auch: Und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen. Seit dem Sündenfall ist und dieses Licht und dieses Leben abhanden gekommen. Die Sünde hat uns verblendet, sodass wir das wahre Licht des Evangeliums nicht erkennen können:

Ist aber unser Evangelium verdeckt, so ist es denen verdeckt, die verloren werden,
4 den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. (2. Korinther 4,3+4)

Das Evangelium stellt unsere Sicht wieder her. Es lässt uns erkennen, dass wir nicht für immer auf dieser Welt sein werden und dass es nach dem Tod noch mehr gibt. Es zeigt uns, dass das Leben über den Tod hinausreicht (für die welche Jesus haben). Das heisst wir steuern nicht auf den Tod zu. Unser Augenmerk ist nicht darauf gerichtet, heute zu leben und morgen zu sterben. Einfach weiter machen und irgendwann ist alles fertig. Tausend mal nein.

Es ist Adventszeit – Die christliche Haltung ist, wir warten auf die Rückkehr des Herrn –

Das ist Adventszeit.

Klar erinnern wir uns in der Adventszeit daran, dass Jesus geboren ist. Und zu der Zeit warteten auch viele Leute auf den Messias. Aber Jesus wurde bereits geboren, ist bereits gestorben und wiederauferstanden. Worauf wir jetzt warten ist seine Wiederkunft. Das heisst Adventszeit ist für mich persönlich eigentlich eine Zeit, bei der ich auf seine Wiederkunft warte. Bedenkt mal: Zu keiner anderen Jahreszeit ist es so dunkel (so finster) um uns herum, wie im Winter, wenn wir auf Weihnachten warten. Weihnachten wurde von der katholischen Kirche bewusst so gewählt, dass er in der Zeit fällt, wo es am längsten dunkel ist auf der Erde (Die Zeit zwischen 20. Und 24. Dezember). Das heisst im übertragenen Sinn: Wenn wir so viel Sünde, so viel Orientierungslosigkeit, so viel Gewalt und Terror um uns herum sehen; wenn uns so viel Finsternis umgibt. Genau dann sollen wir auf das Licht achten, das bald anbricht. Petrus schreibt in seinem Brief:

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. (2. Petrus 1,19)

Unser Licht, unsere Hoffnung ist, dass Jesus wiederkommen und alles neu machen wird.
Unser sterblicher Körper, der von Sünde, Krankheit und Tod befallen ist. Und auch die Erde selber. Alles, worunter wir jetzt leiden, wir nicht mehr sein. Es wird nicht mehr ein ständiges Suchen und Loslassen von Glücksmomenten sein. Der Glücksmoment wird für immer andauern. Das Leben das vor uns liegt, wird nicht immer wieder Verletzungen und Enttäuschungen mit sich bringen, sondern absolute Fülle, absolutes Wohlbefinden wird unser täglich Brot sein. Und vorallem: Frieden… Wir werden Frieden haben, denn der Friedefürst wird regieren. Wir werden keine Angst mehr haben, vor drohendem Unheil, vor Kriegen oder Terror, sondern werden uns in Frieden niederlegen und in Frieden feiern und zusammen leben. Gott hat unsere Gebete erhört, noch bevor ein Mensch sie überhaupt gebetet hat. Ihr sehnt euch nach Frieden? Wie viel mehr Gott. Und dieser Friede (und auch die Freude und das Leben!) fangen jetzt schon in diesem Leben hier auf der Erde an. Denn ihr habt das Licht angenommen, das auf die Welt gekommen ist. Ihr seid Kinder des Lichts geworden, Kinder des Tages. Ihr seid nicht mehr in der Finsternis, denn er hat euch herausgerissen aus der Macht der Finsternis und euch in das Reich seines geliebten Sohnes gesetzt (Kolosses 1:13).

Das ist Gottes Geschenk an uns Menschen, das ist unser wahres Weihnachtsgeschenk. Und es ist das beste Weihnachtsgeschenk von allen. Und das teuerste. Denn er bezahlte es mit seinem unschuldigen, gerechten, heiligen und sündlosen Blut. Nicht einmal der Weihnachtsmann würde so etwas für dich tun. Was für ein Dank verdient das.

Bild: http://fuschlsee.salzkammergut.at/typo3temp/_processed_/f/2/csm_Advent_der_Dörfer_in_Guggenthal-Galerie1_STMG-Wolfgang_Stadler_07_fee19da8ae.jpg