Was denkst du, könnte deine Bestimmung sein?

  • Ist Bestimmung so etwas wie dein Schicksal? Das, worauf du am Ende deines Lebens zurück schaust? Im Sinne von etwas was du geleistet oder erreicht hast?
  • Hat Bestimmung etwas damit zu tun, was du dieser Welt hinterlässt wenn du stirbst?
  • Oder hat es vielleicht mehr etwas damit zu tun, wer du bist?

Ist Bestimmung für alle Menschen gleich, oder für jeden von uns unterschiedlich? Und vor allem: Wer bin ich, dass ich dir sagen sollte, dies oder jenes ist deine Bestimmung?

Wenn wir uns die Wortdefinition von „Bestimmung“ ansehen, merken wir: Wenn etwas bestimmt ist, ist es abgrenzbar von etwas anderem. Es ist klar, was es ist und was es nicht ist. Wir sehen das zum Beispiel anhand der Zahlen: 3 Äpfel sind drei mal ein Apfel und nicht zwei oder drei mal ein Apfel.

Auffallend ist, dass Bestimmung oftmals von aussen kommt: Irgendjemand hat einmal definiert dass man diese Art Frucht, Apfel nennt und dass mit dem Wort „drei“ diese Anzahl Stücke gemeint ist. Auch einem Kind wird sein Name von aussen, von seinen Eltern verliehen. Das heisst, zu einem gewissen Grad wird uns auch von aussen eine Art „Bestimmung“ zugeteilt. Früher, und in gewissen Kulturen noch heute ist das sehr ausgeprägt: Zum Beispiel ob du als man oder als Frau, als freier Mensch oder als Sklave geboren wirst. Teilweise auch in welcher sozialen Schicht, in welcher „Kaste“ du geboren wirst.

Wenn wir nun von dieser Form der „Fremdbestimmung“ wie wir sie nennen können, absehen, gibt es noch eine andere Art von Bestimmung die von aussen an uns herangetragen wird. Dies ist die Art von Bestimmung die Gott uns Menschen zuteilt.(Ganz im Gegenteil zu unserem gesellschaftlichen Trend nach „Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung“). Wenn wir an den Schöpfungsbericht von 1. Mose 1 glauben, so sehen wir darin, dass Gott von aussen den Menschen erschafft und ihm eine Bestimmung/ eine Definition gibt: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. (1. Mose 1,26)

Wir sehen darin drei Dinge:

  1. Der Mensch ist nicht Gott
  2. Der Mensch ist jedoch Gott Ebenbildlich
  3. Der Mensch soll über die ganze Erde herrschen.

Nun diese drei Dinge sind sehr, sehr wesentlich und essentiell, denn Sie bestimmen sehr stark die Stellung, den Wert und die Funktion des Menschen:

Die Stellung im Sinne dass es noch eine höhere Autorität über ihn gibt

Den Wert im Sinne dass er Gott ebenbildlich und von den Tieren oder der restlichen Schöpfung „abgesondert“ ist.

Und die Funktion im Sinne dass er über die Erde herrschen und nicht, sich ihr unterwerfen soll. (Sie jedoch auch nicht ausbeuten sollte!)

Die Geschichte zeigt uns, weshalb diese drei Aspekte so wichtig sind:

Wenn der Mensch die Existenz Gottes (einer übergeordneten, persönlichen Realität) ablehnt, lebt er gewissermassen in Rebellion zu dessen Schöpfer. Er will nicht zugeben dass es Gott gibt, und dass er ihm etwas zu sagen hat.  Er will die Herrschaft Gottes über sein Leben nicht anerkennen und nicht annehmen; er will sein eigener Herr sein (ein „self-made“ man sein). Er will sich der Herrschaft (respektive der Fürsorge!!!!) Gottes nicht anvertrauen. Er denkt, er wisse selber was gut und was schlecht für ihn ist. Man könnte sagen, er lebt gewissermassen nicht in seiner Bestimmung als Gottes Geschöpf. Eine Folge daraus kann sein, dass er meint, alles selber tun zu müssen und nicht mit göttlicher Hilfe oder göttlichem Beistand rechnet. Dann kommen solche Phrasen heraus wie: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“. Oder aber er lehnt jegliche Rechenschaft über sein Tun ab und meint, er könne tun und lassen was er will, solange es niemand merkt oder stark genug anprangert. Das zeigte sich bereits bei vielen Herrschern wie Hitler, Joseph Koni, Napoleon Bonaparte, Louis XVI und weitere.

Der zweite Aspekt von dem Menschen als Gottes Ebenbild ist genauso wesentlich, denn ohne dieses wäre es gewissermassen „völlig in Ordnung“ oder „neutral“ andere Menschen umzubringen oder gefangen zu halten. Der Mensch wäre damit einem Tier gleich und hätte nicht zwingend Rechte und Pflichten. In Extrema gliche dies dem Tierreich. Die Tiere fragen teilweise nicht danach ob das einer ihrer Artgenossen ist oder nicht, falls nötig wird der andere einfach aus dem Weg geräumt. Fressen oder gefressen werden ist das Prinzip. Wir sehen das zum Beispiel bei der Sklaverei der Afroamerikaner. Sogar hier in der Schweiz in Basel wurden schwarze Menschen in einem Zoo mit anderen Tieren gehalten. Ihr „Menschsein“ und damit ihre Gott-Ebenbildlichkeit wurde ihnen aberkannt. Sie wurden wortwörtlich „zum Abschuss freigegeben“.

Der dritte Aspekt, dass der Mensch über die Erde herrschen soll ist deshalb wichtig, weil viele Naturvölker und auch viele mittlerweile „zivilisierte“ Völker Europas früher eine „Heidenangst“ hatten. Mit „Heidenangst“ ist die „Angst“ vor der Natur oder vor „Naturgöttern“ gemeint. Das resultierte dann jeweils in Anbetung von Sonne, Mond und Sternen UND der Angst vor „Technologie“ oder „technologischem Wandel“. Erst als diese Angst im Zuge der Reformation abgelegt wurde, wurde der Weg für die Naturforschung (welche später auch Charles Darwin hervorbrachte) geebnet. (Wie wir jedoch später noch sehen werden, ist mit „herrschen“ nicht „ausbeuten und zerstören“ gemeint. Wir haben also auch hier noch viel Nachholbedarf.)

Wie wir wissen, und soeben gesehen haben, wurden alle diese drei „Bestimmungen“ aufs übelste pervertiert und ins negative verdreht. Wir sehen hier 3 „Bestimmungen“ die Gott jedem Menschen zuteilt. Es sind also sogenannte „Allgemeine Bestimmungen“ so etwas wie „AGB“ =) 

Nun sehen wir aber in der ganzen Bibel hindurch auch, dass Gott immer wieder gewisse Menschen für eine gewisse Aufgabe „erschaffen“ oder „bestimmt“ hat. Jesus zum Beispiel war der EINZIGE Mensch der von Anfang an geboren war um zu sterben! Wir sehen, dass Jesus seine Jünger „berufen“ hat und wir lesen auch dass der Heilige Geist gewissen Menschen ein bestimmtes „Amt“ anvertraut und jedem Menschen „Gaben“ verleiht. Auf diese möchte ich jetzt nicht im Einzelnen eingehen. 

Ich möchte jedoch folgende zwei „Bestimmungen“ oder „Berufungen“ aus dem neuen Testament heranziehen, welche im Grunde genommen nichts anderes sind als was von Anfang der Schöpfung bereits so geplant war. 

  1. Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. (1. Korinther 1,9)

→ Die Gemeinschaft mit Gott, das simple „wandeln“ mit Gott. So wie Adam dies im Garten Eden, im Paradies tat. Ganz einfach mit Gott die Welt entdecken und staunen. Eigentlich, mit Gott (deinem himmlischen Vater) das Leben entdecken und sich daran (und an Gott) erfreuen.

  1. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. 29 Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. (Römer 8,28+29)

→ Wie bereits zu Beginn der Geschichte ist es unser grösstes Privileg, dem Bild Gottes/Jesu gleich zu sein. Wenn er Liebe und Perfektion in sich vereint, was willst du mehr? 

  1. Denn das ist Gnade, wenn jemand um des Gewissens willen vor Gott Übel erträgt und Unrecht leidet. 20 Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr für Missetaten Schläge erduldet? Aber wenn ihr leidet und duldet, weil ihr das Gute tut, ist dies Gnade bei Gott. 21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. (1. Petrus 2,19-21)

→ Petrus sagt hier, du bist der Sünde abgestorben, damit du nun der Gerechtigkeit lebst. Das heisst, da du mit Jesus Gemeinschaft hast und seinem Bild gleich gemacht wurdest, ist es nun auch deine Natur und dein Wille Gutes zu tun. Und zwar nicht nur, Gutes zu tun wenn alles angenehm ist, sondern genauso Gutes zu tun und liebe zu üben, wenn es die Welt nicht wertschätzt.

Nun ich glaube dass diese drei Aspekte;

  • Gott als Gott anerkennen
  • Dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet werden
  • Herrschen, respektive Gutes tun

eine Art Weg aufzeigen:

  • Am Anfang kommt die Bekehrung und die Gotteserkenntnis
    Von da an Beginnen wir, wirklich Mensch zu sein; das heisst, in der Abhängigkeit und Beziehung zu Gott zu leben.
  • Dann kommt das gleichgestaltet werden, dem Bild seines Sohnes. Dazu gehört dass wir Gaben und Fähigkeiten entdecken, die zuvor nicht sichtbar waren; dazu gehört aber auch dass wir aus unseren Selbstlügen und Illusionen befreit werden und mit Paulus ausrufen können: „In meinem Fleisch wohnt nichts gutes!“.
    Hierzu werden wir, so Gott will, noch eine separate Predigt halten, denn das Thema ist wichtig und tief. Es ist von mir aus gesehen oftmals der Grund, weshalb Christen in ihrem geistlichen Leben nicht weiterkommen. Wenn ihr geistlich wachsen wollt, befasst euch unbedingt mit diesen Themen, die hauptsächlich in den Paulus Briefen beschrieben sind!
  • Erst nach diesen zwei vorhergehenden Punkten kommt von mir aus gesehen das Herrschen, was im göttlichen Sinne nichts anderes ist als „das Gute tun“. Jesus hat folgende zwei wunderbare Sachen aufgezeigt:
  1. Er ist nicht gekommen um bedient zu werden, sondern um zu dienen.
    (Er sagt im gleichen Abschnitt, dass der Grösste unter uns, unser aller Diener sein soll. Also nicht über andere herrschen, sondern ihnen dienen soll.
  2. Er hat auf die Beschreibung „guter Meister“ so reagiert: „Was nennst du mich gut? Nur einer ist gut, und das ist der Vater.“

Ich glaube das sollte auch unsere Haltung sein. Das wesentliche an diesem Abschnitt ist meines Erachtens, dass wir als Christen nicht gutes tun um gesehen zu werden (Philipper 2,3), sondern weil Christus in uns lebt. Wir können dann nicht mehr anders als Gutes tun, auch wenn wir dafür angefeindet werden.

Dies sind meiner Ansicht nach ein paar der Bestimmungen/Berufungen die, die Bibel uns allen Menschen aufzeigt. Ich glaube im Vordergrund deiner Bestimmung steht, deine Beziehung zu Gott, ihn immer wieder neu entdecken. Deine Einheit mit ihm, deine Beziehung zu ihm wird jedoch auch in deinem Verhalten, deinem Lebenswandel und dadurch in deinem Umfeld, in deinem Alltag sichtbar. Wie das jedoch im einzelnen aussieht, darf jeder individuell mit Gott herausfinden. Ich glaube, Gott hat da mehr Möglichkeiten als es Farben gibt auf Erden ;-P

Bild: https://femme.media/wp-content/uploads/2017/03/Lebe-deine-Bestimmung-Bild.jpeg